Überwältigende Sinneseindrücke wie extremer Lärm etc. können schnell dafür sorgen, dass wir ausgelaugt sind, uns nicht mehr konzentrieren oder nichts mehr aufnehmen können. Ich erlebe manchmal im Alltag, dass irgendetwas innerlich zwickt, ganz einfach, weil ich z.B. in Stress-Situationen zu wenig trinke oder das Essen zu weit nach hinten schiebe. Die Erschöpfung kann sogar zu einer ständigen Begleiterin werden, wenn eine bestimmte Tagesroutine nicht eingehalten wird oder Wohlfühl-Marker chronisch vernachlässigt werden.

Hier 7 Punkte, die Dir helfen können, Deine Energie den Tag über zu halten; anzunehmen, dass Du erschöpft bist, indem du sie einfach spürst und Dich generell ausgeglichener zu fühlen.

Auf Deine Körpersignale zu achten, bewirkt Wunder.

1) Akzeptiere die Situation vollständig!

Der wichtigste und gleichzeitig auch der schwierigste Punkt zuerst: Mach dich nicht runter! Akzeptiere vollständig, wie es dir in diesem Augenblick geht. 

Unsere inneren Kritiker*innen machen Luftsprünge, wenn wir uns von Überwältigung aus der Bahn werfen lassen und uns allzu sehr seelisch damit aufhalten. Beobachte Dich und nimm an, wie Du Dich fühlst. Die Ignoranz von Erschöpfung und Überforderung werden im Endeffekt schlimme Auswirkungen haben.

“Man, wieso schaff ich das nicht?” “Die anderen kriegens doch auch hin!” “Immer bin ich so schwach!” “Wenn ich mich zusammenreiße, dann gehts bestimmt und keine*r merkts.”

Schluss damit!!! Du bist Du und teilst Deine eigenen Kräfte ein, vergleiche Dich nicht.

2) Kommunikation nach Außen

Eine Königsdisziplin! – Sich einzugestehen, geschafft zu sein, ist die eine Sache, es zu kommunizieren eine ganz andere. Hierzu ist es notwendig, Dich weitestgehend von Deiner Scham zu befreien und gegebenenfalls auch um Unterstützung zu bitten.

Es muss nicht der Satz sein: “Guten Tag, ich bin hochsensibel und klappe gleich ab.”

Manchmal reicht es, auf Arbeit zu verstehen zu geben, dass man sich nach der Pause darum kümmert oder eine*n Kolleg*in zu bitten, das zu bearbeiten (natürlich nicht ständig Deine Aufgaben anderen aufhalsen 🙂 ) Das kann bisweilen bedeuten, dass Du auf Reisen Dir nicht noch den 30ten Tempel anschaust, obwohl Dein*e Reisepartner*in Feuer und Flamme ist und anschließend noch einen Bunjee-Sprung gebucht hat.

Sieh zu, dass Du, wenn möglich, Deine Grenzen klar nach innen (“Oh hey, ich bin ganz schön fertig. Okay, ich kümmere mich drum.”) und nach außen (“Leute, ich möchte einen Break machen. Wollen wir uns nicht da vorn auf eine Bank setzen? Da gibts nen super Ausblick übers Meer.”) machst.

Du wirst merken, dass Menschen sich selbst schnell übernehmen und Dir dankbar sind, wenn du Rast gezielt einforderst.

3) Wasserversorgung

Trinke ausreichend! 2-3l / Tag, insbesondere, wenn der Tag belastend für dich ist. Es ist erwiesen, dass Zellaktivitäten deutlich eingeschränkt sind bei Dehydratation. Gehirnzellen bestehen zu 85 % aus Wasser. Logisch also, dass Angstempfinden, Sorgen und negative Gedanken zunehmen, wenn der Speicher nicht gefüllt ist. Beachte, Tee und Kaffee ersetzen Wasser nicht.

 

4) Energiezufuhr und Stabiler Blutzuckerspiegel

Achte darauf, genügend Energie zuzuführen und Deinen Zuckerspiegel stabil zu halten.

Dazu gehört, Dich zu fragen, ob Du nicht Zwischenmahlzeiten benötigst. Ein Apfel oder Müsliriegel (z.B. industriezuckerfrei aus Datteln von dm) können Wunder wirken!

Ich ernähre mich vegan / vegetarisch. Das ist nicht für alle Menschen geeignet und möchte auch nicht so gewählt werden. Wichtig ist jedoch, dass du sowohl Eiweiß, Kohlenhydrate, Balaststoffe und Fette in ausgewogenem Maße zu dir nimmst. Nahrungsergänzungsmittel für z.B. Vitamin B12, Eisen, Magnesium, Selen oder Zink helfen, dass Du rundum versorgt bist mit Nährstoffen. Informiere Dich bei Deinen Ärzten, Heilpraktiker*innen etc. über den für Dich passenden Weg und lasse gern auch ein Blutbild zu Mangelerscheinungen erstellen. Es gibt auch Ansätze, die zusätzlich zu einer gesunden Ernährung Aminosäuren empfehlen, um “Ketten” im Gehirn zu schließen (z.B. Glutamin). Dadurch wird ganztags ein stabiler Blutzuckerspiegel gewährleistet und nach einiger Zeit können diese Aminosäuren auch wieder abgesetzt werden. Recherchiere umfassend und setze Dich mit Fachmenschen zusammen. Stabilisierung oder Senkung des Blutzuckerspiegels erfolgt z.B. auch durch die Einnahme von Apfelessig, Ingwer oder Kokosöl.

5) Ruhepausen & Entspannung

Einige tiefe Atemzüge genügen, wenn Du z.B. von einem Termin zum nächsten huschst, in der Uni zwischen 2 Vorlesungen bist, ein wichtiges, anstrengendes Gespräch geführt hast.

Entspannung kann schon dadurch erreicht werden, dass Du trotz Aufmerksamkeit auf Deine*n Gesprächspartner*in in Dich gehst. Dies gelingt, indem Du eine Bauchatmung durch die Nase machst und den Atemzug bis hinunter in deinen Beckenboden spürst, diesen öffnest. Du kannst dir auch ein Bild dazunehmen, dass Dich in den Moment holt.

6) Schüttel’ und Klopf’ die Erschöpfung raus!

Bewegung hilft Dir, Dich wieder neu zu fokussieren. Wenn Du Dich kurz ausklopfst, saugende Energie aus dem Körper mit ein paar abstreifenden Bewegungen entlässt, Dich schüttelst, ein paar Mal hüpfst, etc. wirst Du unmittelbar einen kleinen “Neubeginn” spüren können.

 

7) Einteilung des Tages in Etappen

Manchmal kann es sein, dass man beim Aufstehen bereits denkt: “Oje, heut wird soviel los sein. Hoffentlich halte ich bis abends durch.”

Wenn Du den Tag in Einheiten denkst, bei denen Du zusätzlich immer neu von vorn starten kannst, wird es einfacher sein, ihn energetisch zu bewältigen. Setze Dir Marker für den Start, die Mitte und den Abschluss des Tages. Hierbei kannst Du Deinen Tag, je nachdem, wieviel Zeit Du Dir nehmen möchtest, z.B. mit einer morgendlichen Minimeditation beginnen und einigen positiven Affirmationen, um den Kurs für den Tag festzulegen:

– Ich freue mich auf diesen Tag.
– Ich bin voller Kraft.
– Ich begegne allem Kommenden mit Gelassenheit.

Das können Wunschbegleitungen sein. Sei nicht sauer auf Dich, wenn Du das nicht einhalten kannst den Tag über. Die Mitte bildet vielleicht die Mittagspause mit einem kleinen Rückzug. Evtl. hast Du die Möglichkeit in einem Park zu essen oder einen Spaziergang zu machen.

Nach der Arbeit würde ich auch einen Marker setzen, um nochmal frisch in den “Feierabend” zu starten. Diese Übung hat nichts mit “durch den Tag hecheln” zu tun, von Etappe zu Etappe. Sieh diese Einteilung als Geschenk an Deine wertvollen Kräfte und starte jede wieder mit neuer Energie, indem Du Dich zu Beginn fokussierst, die vorhergehende Etappe auch loslässt.